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Überzeugungstäter

Hier können Sie junge Lehrer in Sachsen und solche die es werden wollen kennenlernen.

1. Anne Naumann unterrichtet Geographie und Geschichte an der 128. Oberschule in Dresden-Strehlen

Anne Naumann ist in Querfurt, Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Sie studierte von 2008 bis 2014 „Lehramt an Regelschulen“ mit der Fächerkombination Geschichte und Geographie an der  Universität Jena. Ihr Referendariat absolvierte Anne Naumann an der Kurfürst-Moritz-Schule in Boxdorf bei Dresden. Seit Kurzem unterrichtet Anne Naumann an der 128. Oberschule in Dresden-Strehlen.

„Ich wollte schon immer Lehrerin werden und Kindern etwas beibringen. Besonders wichtig war es mir seit jeher den Schülerinnen und Schüler zu zeigen, dass sie etwas können. In meiner Schulzeit  gab es keinen Lehrer, der mich bei dieser Entscheidung  beeinflusst hat. Ich verbinde aber prinzipiell mit meiner eigenen Schulzeit viel Gutes. Studiert habe ich die Fächer, die mir schon als Schülerin am meisten Spaß gemacht haben. Vor dem Studium gab mir allerdings keiner den Tipp, dass nicht alle Fächerkombinationen gut sind. Geschichte und Geographie sind jeweils Ein-Stunden-Fächer, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass man an einer Schule nur seine Fächer unterrichtet, sehr gering ist.  Ich hatte aber wirklich Glück.  An meiner aktuellen Schule unterrichte ich die Klassen 5-9 ausschließlich in Geschichte und Geographie. Obwohl ich fast alle Klassen der Schule unterrichte und einen hohen Vorbereitungsaufwand habe, bin ich der Meinung,  dass es wichtig ist, hinter seinen Fächern zu stehen, um seine Leidenschaft für ein Themengebiet auf die Schülerinnen und Schüler übertragen zu können.

Nach meinem Abitur absolvierte ich  ein FSJ in einer Behinderteneinrichtung und es war eine wirklich tolle Zeit. Geistig behinderte  Kinder brauchen unheimlich viel Zeit und Geduld, die ich schlicht nicht immer aufbringen kann. Aus diesem Grund habe ich mich nach dem FSJ bewusst für das Lehramt an Mittelschulen entschieden. Neben der Wissensvermittlung stehen vor allem sozialen Komponenten im Mittelpunkt, beides macht für mich den Lehrerberuf aus.

Einen kurzen Praxisschock gab es für mich im Referendariat bezüglich des  Arbeitsaufwands. Ich hatte schon während des Studiums gedacht, dass man unglaublich viel Zeit mit Vorbereitungen für Seminare und Lernen – gerade in der Prüfungszeit – aufbringt.  Während des Referendariats musste ich aber feststellen: Ich unterrichte nur 12 Stunden, habe mein Seminar in Leipzig und ich wünschte trotzdem, der Tag hätte 48 Stunden. Mir wurde klar, dass ich zwar viele allgemeine Konzepte zur Unterrichtsführung im Studium kennengelernt habe, aber den praktischen Unterrichtalltag als Lehrerin an einer Schule nicht in diesem Umfang kannte.

Ich bin inzwischen Klassenleiterin einer 5. Klasse. Dies ist aufregend und herausfordernd zugleich. Die Kinder der 5. Klasse brauchen  noch viel  Unterstützung und Raum für Gespräche jeglicher Art. Sie kommen aus der Grundschule, in der alles behüteter ist und Arbeitsschritte sehr ausführlich erläutert werden. Nun müssen sie die Abläufe an der neuen Schule erst einmal kennenlernen und verinnerlichen. In einer neuen Klasse gibt es zudem  viele kleinere Machtkämpfe, die ausgefochten werden: Wer ist der Anführer? Wer ist cool? Wer ist uncool? Dabei als Lehrerin ein gutes Gleichgewicht herzustellen und allen Schülern zu vermitteln, dass sie tolle Kinder sind, ist zum Teil anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch. Vor allem aber ist es eine schöne Herausforderung. Ich habe feste Rituale für mich und meine Klasse eingeführt: Begrüßung am Morgen, auch wenn wir nicht gemeinsam Unterricht haben und Verabschiedung in den Nachmittag. Somit kann ich auch neben dem Unterricht ihre ständige Begleiterin und Ansprechpartnerin für alle Belange des Lebens sein.

Die Freude in den Augen der Kinder zu sehen, wenn sie etwas geschafft haben – ein kleines Buch zu falten oder einen Text zu verstehen – dass macht für mich das Schöne am Lehrersein aus und ist der Lohn für die eigene Arbeit!“

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2. Stress und Gänsehautmomente. Franziska Schumann schult um auf Grundschullehrerin. Parallel unterrichtet sie. Sie ist eine Seiteneinsteigerin.

Erschienen in: Sächsische Zeitung, 07.03.2016

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3. Maik Weinert unterrichtet Bio und Chemie an der Oberschule Ottendorf-Okrilla

Bild: Maik Weinert

Maik Weinert

Maik Weinert ist in der Nähe von Dresden aufgewachsen. Er studierte von 2007 bis 2012 Lehramt für die Fächer Biologie und Chemie und absolvierte sein Referendariat am Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium in Großröhrsdorf. Seit August 2014unterrichtet er Biologie und Chemie an der Oberschule Ottendorf-Okrilla.

„Das Schöne am Lehrerberuf sind für mich die Überraschungsmomente: Man weiß beim Frühstück noch nicht, was einen am Schultag erwartet. Ich habe meine Schüler ermuntert, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Dinge mit in den Unterricht zubringen, die sie in ihrer Freizeit gefunden haben. Jetzt kommen die ersten Schüler und bringen können. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Seit vielen Jahren bin ich schon Übungsleiter beim Spielmannszug Kleinröhrsdorf e. V., und aus diesem Hobby heraus ist mein Interesse am Unterrichten, an der Weitergabe von Wissen und Können entstanden. Ich möchte meinen Unterricht so gestalten, dass meine Schüler aus der Schule für ihr Leben etwas mitnehmen und mich in guter Erinnerung behalten. Wo mein Weg dann später mal hingeht, ist noch nichtgenau abzusehen, doch ich kann allen Kollegen nur empfehlen, jede Schulart malkennenzulernen. Man lernt unheimlich viel dazu, vor allem, wie man mitverschiedenen Altersgruppen umzugehen hat. Zwischen meinem Studienabschluss in Leipzig und dem Beginn meines Referendariats hatte ich ein halbes Jahr Zeit. Diese „Pause“ habe ich genutzt, indem ich an verschiedenen Grundschulen als Vertretungslehrer gearbeitet habe. Ich konnte erfahren, wie weit ein Viertklässler eigentlich schon ist und dass diese Kompetenzen an den weiterführenden Schulen leider zu wenig abgerufen werden.

Die Erfahrungen, die ich an den Grundschulen gesammelt habe, helfen mir auch an der Oberschule weiter. Ich kann mich auf die Schüler einlassen und weiß ziemlich genau, was ihnen gerade durch den Kopf geht und wo bei ihnen gerade Stressentsteht. Das kann ich dann ganz gut abfedern.“

4. Antje-Doreen Mewes, als Grundschullehrerin von Regensburg nach Bad Elster

Bild: Antje-Doreen Mewes

Antje-Doreen Mewes

Antje-Doreen Mewes stammt eigentlich aus Sachsen-Anhalt. Sie studierte von 2004 bis 2009 Grundschullehramt in Regensburg. Seit 2011 unterrichtet sie Deutsch, Mathematik, Kunst und Sachunterricht an der Grundschule Bad Elster.

„Schon als Kind habe ich mir gewünscht, Lehrerin zu werden. Heute liebe ich das morgendliche Strahlen der Kinder. Sie hören zu, nehmen wie ein Schwamm auf, was man ihnen erzählt und geben freudig wieder, was sie gelernt haben. Die Kinder haben uns Lehrer lieb und strengen sich auch für uns mit an.

Als ich nach dem Referendariat in Bayern an die Grundschule Bad Elster gekommen bin, habe ich eine erste Klasse mit 17 Schülern als Klassenleiterin übernommen. Am ersten Schultag war ich wahrscheinlich genauso aufgeregt wie meine Schulanfänger. Aber die Kollegen haben es mir leicht gemacht. Jederzeit und überall gab es Hilfe. Ich bekomme auch heute noch Tipps oder man steckt mir mal ein Arbeitsblatt für den ­Unterricht zu. Ein großer Unterschied zu meinem Vorbereitungsdienst besteht darin, dass ich hier nicht immer alleine vor der Klasse stehe, sondern dass oft Kollegen mit in meinem Unterricht sind, die einzelne Kinder gezielt fördern. Als Integrationsschule für Kinder mit leichten Sprachproblemen haben wir auch eine Sprachheiltherapeutin, die uns unterstützt und für uns Lehrer eine besondere Fortbildung anbietet. Als Kunstlehrerin lerne ich auch die Schüler anderer Klassen kennen. Ich mag das Fach, man kann hier sehr viel mehr machen als nur zu malen. Im Musikunterricht scheuen sich viele etwas beizutragen, weil es ihnen peinlich ist. Im Kunstunterricht dagegen traut sich jeder. Ich fühle mich nicht nur an der Schule richtig wohl und von den Kollegen aufgehoben, sondern ich habe in Bad Elster auch Freunde gefunden. Meine Erstklässler, die ich vor dreieinhalb Jahren nach dem Referendariat übernommen habe, sind mittlerweile in der vierten Klasse. Ich habe schon große Angst vor dem Abschied. Ich denke, es werden auf jeden Fall Tränen fließen, wenn ich bei der Feier noch mal auf den Schulanfang zurückblicke. Es war die erste Klasse, die ich von Anfang bis Ende durch ihre Grundschulzeit begleitet habe.“

5. Frank Zierfuß lehrt Wirtschaft und Ethik am BSZ Görlitz

Bild: Frank Zierfuß

Frank Zierfuß

Frank Zierfuß ist in Görlitz aufgewachsen und studierte von 2004 bis 2009 Lehramt für Wirtschaftspädagogik, Ethik und Philosophie an der TU Dresden. Von 2009 bis 2011 absolvierte er sein Referendariat am BSZ Görlitz und unterrichtet dort seither Wirtschaft und Ethik.

„Ich bin Lehrer geworden, weil der Beruf nie langweilig wird. Außenstehende denken oft: „Der macht ja einfach jedes Jahr seinen Ordner neu von vorn auf und erzählt das Gleiche.“ Aber in der Praxis ist jede Klasse und jede Stunde anders. Man kann eine Stunde nie zu hundert Prozent ­planen, weil immer etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Schön am Lehrerberuf ist auch die Freiheit, die man bei der Zeitgestaltung und der Arbeitsorganisation genießt. Der eigentliche Unterrichtmacht ja nur die Hälfte aus. Die andere Hälfte besteht aus Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Organisation von Schulveranstaltungen und anderen Tätigkeiten, bei denen man zeitlich relativ flexibel ist.

Ich habeursprünglich an der Fachhochschule Zittau Betriebswirtschaftslehre studiert und das Studium auch abgeschlossen. Aber während meiner Praktika habe ich gemerkt, dass klassische Büroarbeit für mich zu trocken ist. Deshalb entschloss ich mich, an der TU Dresden noch Wirtschaftspädagogik zu studieren. Sicher ist es mir auch zugute gekommen, dass ich schon 29 Jahre alt war, als ich das Referendariat begonnen habe – gerade an der beruflichen Schule, wo die Schüler ja auch älter sind, macht das viel aus. Die Kombination mit dem Fach Ethikfinde ich interessant, weil im tagtäglichen Wirtschafts­leben nicht nur die harten Zahlen regieren sollten, sondern bei Entscheidungen, die im Unternehmen getroffen werden, natürlich auch immer ethische Aspekte zu berücksichtigen sind.

Wir haben in unserem BSZ 1.600 Schüler. In so einer großen Schule ist es nötig, Abteilungen zu bilden. Ich bin als Fachleiter für die Gesundheits- und Pflegeberufe zuständig. Diese Schüler sind bei uns in einer Vollzeit-Ausbildung, absolvieren aber verschiedene Praktika. Das alles zu planen und zu koordinieren, die Unterrichtsversorgung, die Praktikumsbetreuung, die Vorbereitung, Durchführung und die Auswertung von Prüfungen zu organisieren, ist meine Aufgabe. In meinem Bereich gibt es viele Schnittstellen zur Berufspraxis. Da hilft es mir auch, dass ich hier in Görlitz aufgewachsen bin.“      

6. Zwischen Tafel und Küche - Ein Tag von Tony Ali in Bildern

Erschienen in: KLASSE - Das Magazin für Schule in Sachsen

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7. Marsha Richarz studiert Sonderpädagogik

Erschienen in: KLASSE - Das Magazin für Schule in Sachsen

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8. Unterrichten, wo andere Urlaub machen

Erschienen in: KLASSE - Das Magazin für Schule in Sachsen

Isabel Müller, gebürtig aus Aue, studierte in Halle und kehrte für das Referendariat in ihre Heimat zurück. Die heimatverbundene Berufsanfängerin sieht viele positive Aspekte darin, in der Region Erzgebirge – abseits der Ballungszentren - zu leben und zu arbeiten.

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Sachsens Schulen im Porträt

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